Hallo Persönlichkeit. Teil 1

September 14, 2018

Wir sind die Summe unserer Erfahrungen. Ob wir wollen oder nicht, bewusst oder unterbewusst, unsere Persönlichkeit wächst jeden Tag. Während unser Körper irgendwann eine konstante Grösse erreicht hat, kann unser Geist nie genug bekommen und saugt alles auf, was wir ihn sehen, fühlen und erleben lassen.

 

Mit Zwanzig dachte ich immer, dass ich Mitte Dreissig eine gestandene Persönlichkeit sei, die alle Gleise für die Zukunft gelegt hätte und sich nur noch treiben lassen müsse. In der Generation meiner Grosseltern war das sicher auch so. Die Dampflok fuhr auf den festgestellten Gleisen Richtung Ruhestand und lud dabei Partner, Kinder und Kindeskinder auf.

 

Ich habe ganz jung auf einem Kreuzfahrtschiff angeheuert. Und seither ist das auch mein Standardverkehrsmittel bei der Reise durchs Leben. Keine festen Bahnen, dafür Wellen, die den Kurs beeinflussen. Die Reisezeit ist länger, weil man zu so vielen Orten getrieben wird, an denen man sich kurz umschauen will. Jeder Ort bringt wieder neue Inspiration und Ideen. Die Definition eines Masterplans für die nächsten Jahre erschwert das sehr.

 

Und plötzlich bin ich Mitte Dreissig. Ich vergleiche mich mit den Zugfahrern und bin weit abgeschlagen. Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich mich ausprobieren kann, dass mir die Welt und viel Zeit zur Verfügung stehen. Doch täglich wird mir anderes suggeriert. Ich lasse mich von den gesellschaftlichen Forderungen verunsichern und setze mich selbst unter Druck, dem Zug nachzurennen und aufzuspringen. Dass ich mich und mein Glück dabei selbst sabotiere, habe ich erst spät gemerkt, als mir nach einer Trennung das Thema Persönlichkeitsentwicklung begegnete.

 

Auf einmal waren da viele Menschen, die anders waren und einen ähnlichen Druck verspürten, bevor sie den Mut fanden, ihren ganz eigenen Weg zu gehen. Ich habe verstanden, dass es nicht den einen Weg gibt, sondern das eine Leben. Und das sollte man doch so gestalten, wie man es selbst am spannendsten findet. Im Internet fand ich unerschöpfliche Inspiration und war irgendwann überfordert von der Fülle an Informationen. Mir fehlte die Übersetzung auf mein eigenes Leben. Die Betroffenen erzählten die aufregendsten Geschichten über das Erreichen ihrer Visionen und ich fragte mich, was eigentlich meine Vision vom Leben ist.

 

Und wieder half mir eine Begegnung. An einem Workshop gab mir eine Frau, die mir durch ihre Lebensfreude auffiel, den Kontakt eines Lifecoachs. Sie hatte selbst ein Coaching bei ihr gemacht und mit ihrer Hilfe Unsicherheiten abgelegt und zu sich selbst gefunden. Schon einen Tag später telefonierte ich mit dem Coach. Ich redete mir in einer Stunde meine Verwirrung von der Seele und fühlte mich erstaunlich wohl dabei. Am Ende des Gesprächs hatten wir meine Ziele für die Zusammenarbeit definiert und ich war voller Vorfreude auf das, was vor mir lag. Sie gab mir die Aussicht auf vier lebensverändernde Monate, wenn mich voll auf das Coaching einlassen würde. Sie nahm mir das Versprechen ab, hundertprozentigen Einsatz zu leisten - und ein stolzes Honorar. Einen Moment musste ich überlegen, ob ich bereit war, soviel Geld für etwas zu zahlen, dessen Ausgang ich nicht kannte. Für berufliche Weiterbildungen hatte ich schon viel Geld ausgegeben, auch ohne Erfolgsgarantie. Warum sollte mir meine persönliche Weiterbildung nicht genauso wichtig sein? Wenn doch mein Ziel war, wieder mehr Fokus auf mein Privatleben zu legen, anstatt auf meine Karriere. Lebensverändernd- das war ein grosses Wort. Aber weniger wollte ich auch nicht. Also sagte ich sofort zu.

 

Dieses Telefonat ist noch nicht mal ein Jahr her. Dass mein Leben verändert ist, liegt auf der Hand. Aber viel wichtiger: Ich bin verändert.  Wie das Coaching mich dabei unterstützt hat und was genau es beinhaltet hat, schreibe ich Dir im Teil 2.

 

Danke fürs Lesen.

 

Happy day,

Deine Anja  

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