Hallo Persönlichkeit. Teil 2

October 13, 2018

4 Monate einmal die Woche für eine Stunde mit einem Coach zu verbringen, summiert sich auf gerade mal 20 Stunden. Das ist nicht mal ein voller Tag. Und trotzdem haben diese Treffen mein Leben stark verändert. Zum Besseren. Und es hat nicht mal wehgetan.

 

Möchtest Du erst Teil 1 lesen?

 

Als ich mich für das Coaching entschied, habe ich mir versprochen, alles mitzumachen, so komisch es mir auch erscheinen mag. Aber ich würde danach auch rückmelden, wenn sich etwas falsch anfühlt. Vielleicht war das der Schlüssel zum Erfolg des Ganzen. Es gab sehr viele Momente, in denen mir dieses Versprechen einiges abgefordert hat. In den meisten Fällen mit einem überraschenden Ergebnis.

 

Wenn ich jetzt, ein halbes Jahr später, zurückblicke, fühlt es sich an, als hätte ich einen persönlichen Cheerleader an meiner Seite gehabt. Und einen eigenen Mister Miyagi, der einem die Wunder der Welt offenbart, nur weniger in Rätseln gesprochen. Voller Neugier und Vorfreude nahm ich mir den Nachmittag frei für meinen Willkommensworkshop. Es war schön, meinen Coach persönlich zu treffen und wie schon am Telefon spürte ich eine angenehme Vertrautheit. Die Bestandsaufnahme meines persönlichen Befindens in allen Lebenslagen fiel eigentlich ganz positiv aus. Zu definieren, wie für mich vollkommene Glückseligkeit aussieht, war schon mal die erste riesige Herausforderung. Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht. Vor Allem weil das ein Zustand ist, von dem ich nie glaubte, ihn jemals erreichen zu können. Also lautete meine erste Antwort ungefähr so: Alles ist dann gut und ich bin glücklich. Aber damit gab sich mein Coach natürlich nicht zufrieden.

 

Meine Wünsche und Visionen zu formulieren und in mir das Gefühl hervorzurufen, alles davon schon erreicht zu haben, ist wohl das Grösste, was ich gelernt habe. Am Anfang war ich sehr bescheiden. Wann wünscht man sich schon mal Dinge für sich selbst, das fühlt sich irgendwie egoistisch an. Vor Allem, wenn man es noch vor jemandem aussprechen soll. Inzwischen vertraue ich aber voll und ganz auf das Gesetz der Anziehung. Du bekommst, was Du Dir vorstellst. Wenn Deine Träume klein sind, wirst Du auch immer nur kleine Dinge bekommen. Wenn Du aber eine grosse Vision von Deinem Leben vor Augen hast, sie täglich aktivierst und an den Erfolg glaubst, dann wird sie zur Realität. Anfangs habe ich meine vollkommene Glückseligkeit in Szenarien beschrieben, die ich in einen Rahmen gesetzt habe, der mir aufgrund meiner jetzigen Situation realistisch schien. Der Beruf, das Land, der Partner und so vieles mehr waren gesetzt.

 

Mein Bauchgefühl meldete sich ein paar Mal und ich merkte, dass ein paar der Konstanten meine tief verborgenen Träume unterdrückten. Und ich unterdrückte wiederum mein Bauchgefühl. Doch je weiter das Coaching voranschritt, je tiefer wir nach meiner Persönlichkeit gruben, je mehr Übungen wir in den Coachings und ich als Hausaufgabe allein machte, desto stärker wurde das Bauchgefühl. Die Übungen waren vielfältig. Beim ersten Treffen zog ich die Karte meiner Patin. Es war die Göttin der Kreativität. Mit der konnte ich etwas anfangen. Karten gegenüber bin ich gar nicht aufgeschlossen, das hat sich bis heute auch nicht verändert. Ich schaute mir später alle Paten an, die zur Auswahl standen und hätte mit allen anderen wenig anfangen können. Kreativität aber sagte mir zu. Und mein Coaching zeigte mir die verschiedenen Facetten. Malen, Tanzen, Schreiben, Kochen - ich probierte ganz viele Sachen aus. Mit meinem Coach und allein. Vor Allem beim Schreiben habe ich sofort gespürt, wie es mein Jetzt mit der Zukunft verbindet, meine Fragen mit meinen Antworten. So viel war bereits in mir und durch das Schreiben holte ich es an die Oberfläche.

 

Manche Sachen hätte ich mich nicht getraut auszusprechen. Sie aufzuschreiben und später nochmals zu lesen und immer noch für richtig zu befinden, half mir, sie letztendlich doch meinem Coach zu erzählen. Jedesmal fühlte ich mich danach stark. Eine weitere Wahrheit wurde an die Oberfläche befördert. Ich wurde selbstbewusster, auf mein inneres Gefühl zu vertrauen. Sachen auszusprechen, Sachen anzusprechen. In meinem Job, in meinem Freundeskreis und auch in meiner Beziehung.

 

Eine der schlimmsten Wahrheiten war, dass meine Beziehung gescheitert war. Und eine der schönsten Erkenntnisse war, dass die Trennung nichts Schlechtes, sondern die Chance auf etwas Grossartiges war.

 

Bei jedem Treffen schaffte es mein Coach, mir das Gefühl zu geben, ich sei über mich hinaus gewachsen. Auch bei vermeintlichen Rückschlägen, zeigte sie mir die Verbindung zu meiner persönlichen Entwicklung auf. Selbst die Trennung erlebte ich als Wachstum. Und zwar nicht erst Wochen später, sondern unmittelbar. Denn plötzlich war der Knoten geplatzt und meine Träume wurden grösser. Mit meinem Partner wollte ich in seine Heimat auswandern. Ohne ihn stand plötzlich die ganze Welt offen.

 

Es dauerte noch 3 Monate, bis aus einem undefinierten Gefühl die Einsicht wuchs, in der Schweiz nicht mehr glücklich zu sein. 11 Jahre in einem Land, das reich an Natur und Kultur ist, das mir Sicherheit und beruflichen Erfolg schenkt und in dem ich einen grossen Freundeskreis aufgebaut habe. Ein Land das viel gibt aber auch viel vorenthält, und das ich deshalb verlassen werde.

 

Das Schreiben ist inzwischen zu meiner grössten Leidenschaft geworden. Und meinen Traum, ein Buch zu schreiben, werde ich verwirklichen. Und ich werde es irgendwo auf der Welt tun. Dieser Blog ist ein erster Schritt.

 

Danke fürs Lesen.

 

Happy day,

Deine Anja

 

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