Träume Dein Leben.

November 18, 2018

 

Ein Sprichwort sagt: "Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deine Träume." Da bin ich anderer Meinung. Es gibt kein entweder oder. Träume Dein Leben und träume dabei gross! Und dann setz alles daran, dass diese Träume wahr werden. Denn erst wer seine Träume kennt, kann sie in die Realität holen.

 

Jahrelang habe ich das Wort "Träumer" mit jemandem verbunden, der sich aus der Realität stiehlt. Der das Hier und Jetzt nicht ernst nimmt und Luftschlösser baut, die er aus der Ferne anhimmelt. Unterhaltungen mit so jemandem beginnen oft mit "irgendwann mal wird..". Diese Menschen gibt es viele und die meisten von ihnen verbringen ihr ganzes Leben träumend, ohne ihr echtes Leben je genossen zu haben. Sie möchten nichts tun. Träume sollen sich einfach so erfüllen, so wie sie auch einfach so in der Nacht zu ihnen kommen. Aber es gibt noch eine andere Gattung von Träumern. Die, die träumen, weil ihnen die Realität nicht gross genug ist und die an ihre Schöpferkraft glauben. Sie hinterfragen nicht, sondern beginnen einfach. Intuitiv kennen sie die Richtung, in die sie gehen müssen und lösen eine Herausforderung nach der anderen. Das grosse Ganze verlieren sie dabei oft aus den Augen, aber nie ihr Ziel.

 

Ich bin auch ein so ein Träumer. Heute mehr denn je. Wenn ich vorher gesehen hätte, wie schwer das Erreichen meiner Ziele manchmal würde, wäre meine Motivation wohl von der Fülle an Aufgaben aufgefressen worden, noch bevor ich überhaupt gestartet hätte. Dabei übersieht man, wieviel Kraft man vom Erreichen vieler kleiner Meilensteine schöpft. Denn diese sind Teil des Traums. Das bewusste Geniessen vom Heute und Hier ist der Schlüssel zum Glück. Ansonsten rast doch das Leben an mir vorbei. Wenn ich mich zu Beginn des Studiums nur auf die Diplomfeier freue, verpasse ich die schönste Zeit als Student. Wenn ich am Sonntagabend schon das nächste Wochenende herbei sehne, läuft die Woche auf Autopilot und das Jahr hat nur 100 Tage statt 365. Das sind fast drei Viertel, die ich unbewusst verlebe. Und wenn ich alt bin, wünsche ich mir genau diese Zeit zurück. Denn auch das Alter käme mit vierfacher Geschwindigkeit auf mich zu, wenn ich so denken würde.

 

Und so ist auch der Montagmorgen zu einem meiner Freunde geworden. Ich hab ihm einfach eine Chance gegeben und ihn nicht von Anfang an vollgepackt mit schlechten Erwartungen. Stattdessen ist es ein Tag, den ich vom Wochenende erfrischt starte und der eine neue Woche einläutet, in der ich meine Projekte erfolgreich vorantreiben kann. Auch der erste Arbeitstag nach dem Urlaub gehört zur gleichen Kategorie. Ich muss immer schmunzeln, wenn mir frisch aus den Ferien zurückgekehrte Kollegen schon am Mittag erzählen, dass ihre gesamte Erholung schon wieder verbraucht sei. Man kann sich viele Sachen einreden und sie werden genau so eintreten. Früher habe ich es auch so empfunden. Die letzten Tage vor und die ersten Tage nach dem Urlaub waren ein einziger Arbeitsmarathon. Die Ferien mussten hart erarbeitet werden. Das erste Mal, dass ich das anders wahrnahm, war letzten Januar, als ich nach drei Wochen Asien wieder ins Büro kam. Diese Ferien hatten etwas in mir verändert. Auch nach einem Monat spürte ich noch die Gelassenheit, mit der ich aus dem Flieger gestiegen war.

 

Ich hatte ein Stück meiner Zukunft gesehen. Nicht nur mit meinen Augen, sondern mit meinem Herzen. Ganz unbewusst wurde etwas in mir ausgelöst. Ich bin einen Schritt auf meine Entscheidung zugegangen, in Asien alles neu zu sortieren. Damals hatte ich von dem Prozess, der in mir vorging, keine Ahnung. Aber ich spürte, etwas war anders, besser - und genoss es. Seither sind zehn Monate vergangen. Nie hätte ich gedacht, dass sich mein Leben, mein Denken so schnell und so stark verändern könnte. Inzwischen ist mein Flug gebucht, mein Job gekündigt und meine Nachmieterin gefunden. Ich habe alle damit einhergehenden Gefühlsstadien durchlebt und bin stolz auf meine Courage.

 

Als ich die Entscheidung traf, meinem Traum zu folgen, wusste ich nicht, was alles auf mich zukommt. Ich wusste nur, ich entscheide mich und sitze dann nicht da und warte, sondern werde aktiv. Ich gehe meiner Zukunft entgegen. Zwei Wochen nachdem ich in Schweden das entscheidende Gespräch mit dem Weltenbummler hatte, der mich am meisten inspiriert hat, mein Leben zu verändern, kündigte ich meinen Job. Er war geplättet von der Geschwindigkeit, die ich an den Tag legte. Weitere sechs Wochen später habe ich diesen Blog publiziert und erzählte allen Leuten von meinen Plänen. Und damit steht die Tür zu meiner Zukunft weit offen. Ich habe seither so viele neue inspirierende Begegnungen gehabt und bin erstaunt, für wie viele Menschen selbst ich inzwischen eine Inspiration bin.

 

Immer wieder frage ich mich, was denn jetzt eigentlich genau mein Traum ist. Was ist das Ziel am Ende meiner Reise? Ich habe oft versucht zu manifestieren, wo und wie ich leben möchte, welchen Mann ich an meiner Seite habe und ob und wieviele Kinder wir haben werden. Doch das funktioniert nicht. Wie könnte ich das denn auch jetzt sagen, wo ich noch an dem Ort bin, der mich bequem hat werden lassen und mir die Inspiration genommen hat? Das grosse Ziel ist nicht der eine Mann, ist nicht der Nachwuchs und auch nicht der Ort, an dem ich lebe. Mein Traum ist es, Menschen mitzureissen, zu inspirieren. Ihnen ein alternatives Lebenskonzept aufzuzeigen. Und damit Grenzen zu verschieben und Mauern einzureissen. Ich möchte, dass die Menschen glücklicher werden, indem sie mehr auf sich hören. Sie sollen nicht meinen Weg gehen, sondern ihren ganz eigenen finden. Und mit der Erfüllung dieses Traums wird sich alles andere von ganz allein finden.

 

Und mal wieder merke ich beim Schreiben dieses Beitrags, dass ich schon mittendrin bin. Ich lebe meinen Traum schon jetzt. Auch wenn mir nur eine Person sagt, dass mein Blog sie zum Nachdenken anregt, ist das die erste von Tausenden, die ich inspirieren werde. Jeder fängt klein an. Ich bin froh, dass ich den ganzen Weg bis dahin nicht kenne, denn es wird kein leichter. Aber jedes kleine Erfolgserlebnis gibt mir Energie, die nächsten Meilensteine in Angriff zu nehmen. Und ich freue mich darüber, dass Du meine Geschichte verfolgst. Ich halte Dich auf dem Laufenden.

 

Danke fürs Lesen.

 

Happy day,

Deine Anja

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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