Bye Bye Kokon. Hallo Zukunft.

December 31, 2018

Und plötzlich ist der letzte Tag des Jahres da! Der Countdown zum grossen Abenteuer ist einstellig und die Ruhe in mir endlos. Ich bin bereit für das aufregendste Jahr meines Lebens und darauf, es mit einem fulminanten HALLO zu begrüssen. 

 

Ich hatte mehr als genug Zeit, mir Gedanken um die letzten Reisevorbereitungen zu machen. Viele wichtige Sachen sind aber entweder erst kurz vor meiner Abreise möglich oder ich habe sie auf die lange Bank geschoben. Alles wirklich Nervige kann ich erst erledigen, wenn ich meine Abmeldung in der Hand halte. Bevor mir die Schweizer Bürokraten nicht bescheinigen, dass ich wirklich das Land verlassen werde ohne Rückfahrkarte, kann ich viele Verträge nicht auflösen. Und das geht erst vier Wochen vor Abfahrt. Solang hab ich also Ruhe vor den unangenehmen Dingen- sollte man meinen. Vorsorglich habe ich die Woche, in der ich Vollgas geben kann, bereits vor Monaten rot im Kalender markiert. Nicht dass ich vor lauter Abschiedsfeiern keine Kraft für Amtsgänge und Last Minute Probleme habe.

 

Darum feier ich heute. Ich feier die letzten 365 Tage und was sie mit mir gemacht haben. Heute vor einem Jahr war alles anders. Ich war in einer Beziehung, ich war in den Pärchenferien auf den Philippinen, hatte einen unbefristeten Job, eine Wohnung und einen Plan. Das vermeintliche Glück begann bereits zu bröckeln, aber ich verbuchte es unter ängstlichen Hirngespinsten. Heute habe ich nichts von alldem mehr. Naja meine Wohnung immerhin noch einen ganzen Monat. Und ich bin glücklich. Mehr aber noch - ich bin aufgeregt. Und wie!

 

Mein Countdown zählt jetzt nur noch acht Wochen herunter. Davon nur noch sechs in der Schweiz und vier in der eigenen Wohnung. Ich werde täglich mehr zum Vagabunden. Neben dem ungeliebten Adminkram steht jetzt vor Allem eins im Vordergrund. Jeden verbleibenden Tag zu geniessen. Ihn ganz auszukosten. Ich möchte viel Zeit mit meinen Freunden verbringen. Möchte über Träume sprechen und verrückte Erinnerungen mit ihnen schaffen. Ich möchte die nächsten Wochen nicht schlafen, das kann ich tun, sobald der Flieger nach Sri Lanka startet. Ich möchte allen wichtigen Menschen in meinem Leben zeigen, dass ich sie als das empfinde - wichtig. 

 

Jemandem mal klipp und klar mitzuteilen, dass man seine Freundschaft schätzt, ist ungewohnt. Schliesslich könnte man ja annehmen, dass derjenige das schon weiss, sonst würde man ja keine Zeit miteinander verbringen. Wie schreibt man das, ohne dass es komisch klingt. Ich hab Dich lieb, ich schätze Dich, ich umgebe mich gern mit Dir? In einer Partnerschaft sagt man sich das oft, also ich zumindest, aber in einer Freundschaft hab ich das noch nicht so oft gemacht. Wie gut, dass das Jahresende auch immer ein Moment der Rekapitulation ist und man sich Karten schreibt. Das mache ich diesmal auch. Sehr ausführlich, so dass die Schrift am Ende der Karte immer kleiner und unleserlicher wird und der Platz für die Briefmarke dann noch dem letzten Wort weicht, das zum Schluss doch wieder überklebt wird. Einmal in Fahrt, kann ich kaum aufhören und brauche erstaunlich lang für jedes einzelne Kärtchen. Nun ja, niemand sagt, dass Herzblut schnell fliesst.

 

Jetzt werde ich etwas tun, was mir immer schwer gefallen ist- Hilfe annehmen.

Ich hoffe, dass die Liebesbotschaften meine Freunde überzeugen, dass diese dem Tribut zollen, was wir bereits erlebt haben, und nicht nur dem, was jetzt vor uns liegt. Ein paar schlaflose Nächte hatte ich bereits, in denen die Panik aufstieg beim Gedanken an all die Dinge, die ich noch besorgen, fixieren oder physisch loswerden muss- einige stehen bereits seit drei Monaten zum Verkauf auf Ebay, ohne den Eigentümer gewechselt zu haben. Ideen von pragmatischen Aussenstehenden sind da unbezahlbar. Es steht auch noch eine Wohnungs-Endreinigung an, die ich mit immer noch lädiertem Rücken nicht allein stemmen kann. Ein paar helfende Hände, die richtige Musik und Lieferservice machen selbst das Putzen zu einem Gemeinschaftserlebnis. Auch die Angebote zum Unterstellen von Kisten und mir in der wohnungsfreien Zeit müssen noch auf Ernsthaftigkeit geprüft werden. Jemanden zwei Wochen bei sich unterzubringen, kann ziemlich anstrengend sein. Ein Hoch auf die Freundschaft!

 

Der Kokon, in dem ich die letzten Wochen meine Wunden geleckt habe, hat seinen Dienst erfüllt. Ich fühle mich wieder körperlich stärker und bin voller Tatendrang. Sobald der Nachtzug - ich hab Gefallen am entschleunigten Reisen gefunden - mich in Zürich ablädt, bin ich wieder im Normalmodus. Monotones Liegen, gefühlte fünf Mahlzeiten am Tag und Kommunikation übers Smartphone werden getauscht in Arbeitsalltag, Afterworkdrinks, gesundes Essen, körperliche und geistige Bewegung und viel viel Qualitytime. Was für ein Ausblick auf das neue Jahr!

 

3, 2, 1 - los gehts! Happy New Year für Dich! Wie gross oder klein Deine Träume für dieses Jahr auch sein sollten, ich hoffe Du erfüllst sie Dir alle. Denn das kannst Du. Und niemand anderes wird das für Dich tun. Schreib sie am besten auf, damit Du sie jeden Tag vor Augen hast. Wie ich in diesem Blog. Hier schreibe ich über meine Visionen und hole sie damit in die Realität. Ich freue mich sehr, dass Du Teil davon bist.

 

Danke fürs Lesen.

 

Happy day,

Deine Anja

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Please reload