Klarer Blick des Optimisten.

February 3, 2019

Beautiful blue world - was bedeutet das eigentlich? Je näher meine Reise rückt und je mehr Menschen meinen Blog lesen, desto öfter werde ich gefragt, warum ich mir diesen Namen ausgesucht habe. Was für mich eine schöne blaue Welt ist oder ob sich dahinter doch eine traurig schöne Welt versteckt. Ich mag diese Frage, denn die Antwort kommt tief aus meinem Herzen.

 

Es ist mein Blick auf die Welt. Aufgenommen und gefiltert durch meine Augen. Blau und klar, hell und frisch. So wie mir Menschen durch sie in meine Seele blicken können, schaue ich durch sie auf das Aussen und gebe allem meine eigene Färbung. Wer schon mal eine hellblaue Brille aufgesetzt hat, weiss wie schön die Welt dadurch aussieht. Und ich setze diese Brille einfach nie ab.

 

Ich bin bekennender Optimist. Egal welche Situation es zu beurteilen gilt, es ist immer etwas Positives darin zu sehen. Und in den meisten Fällen sogar eine ganze Menge. Wenn ich dem Optimismus eine Farbe zuteilen müsste, dann wäre das in jedem Fall blau. Auch unsere Erde ist blau und setzt dabei ein klares Zeichen inmitten unbewohnter, karger Planeten unseres Sonnensystems. Die Welt ist nicht wie sie ist, sondern wie Du sie siehst. Das ist mir in den letzten Monaten klarer denn je geworden. Warum sollte ich also eine schlechtere Version in Kauf nehmen als die, in der ich mich wohl fühle? Was mir allerdings fehlt, ist das ganze Bild. Ich kenne nur einen Teil der Welt und der ist für meine Ansprüche noch viel zu klein.

 

Ich muss mehr von der Welt sehen. Ich will nicht nur flüchtige Blicke sondern Tiefe. Ich will Menschen, die die Welt wie ich sehen. Die sich mit wenig zufrieden geben und ihr Glück im Kleinen sehen. Die nicht im Wohlstand stecken und ihr Privileg nicht schätzen, sondern Menschen, denen Natur, Musik und Liebe Gänsehaut beschert. Die meisten dieser Menschen leben nicht in Mitteleuropa. Deswegen gehe ich ihnen entgegen. 

 

Der erste Teil meiner Route steht. Sri Lanka, Thailand, Indonesien. Im Endeffekt habe ich doch mehr geplant als ich vorhatte. Ein Visum zu bekommen, das mir die Freiheit gibt, mir nicht gleich bei Ankunft Sorgen um die Ausreise machen zu müssen, war es mir wert. 30 Tage vergehen schnell, wenn man irgendwo eintauchen will, diesen Stress will ich mir ersparen. Zeit haben ist der grösste Luxus dieser Reise. Ich bin sehr gespannt auf den Effekt, ohne Druck reisen zu können. Meinen Akku mal auf halber Ladung laufen lassen und nicht ein Erlebnis nach dem anderen jagen. Momentan ist das Gegenteil der Fall. Normal, denn eine Auswanderung ist nervenzehrend. 

 

Alltagsgift raus, Vertrauen rein. Um in den Modus der Entspanntheit zu kommen, starte ich mit einer Panchakarma-Kur in Sri Lanka. Über drei Wochen ayurvedisches Essen, Massagen, Yoga, Meditation und Meer. Meine längsten Urlaube gingen nicht länger, deswegen wird der prägendste Moment wohl der sein, wenn ich danach nicht heim fliege sondern weiter. Denn dies ist nur das Vorspiel. Für die anderen beiden Länder habe ich mindestens jeweils zwei Monate Zeit. Und auch danach ist noch lang nicht Schluss. Ich lasse es einfach auf mich zukommen und bin jederzeit bereit, all meine Pläne umzuschmeissen.

 

Mit klarem Blick voraus. Es wird nicht alles immer hellblau scheinen. Bei der Kur gibt es Rituale, die mir einiges abverlangen werden und die ich vielleicht auch ablehnen werde. Auf der Reise wird es viele Momente des Haderns oder von Wehmut geben. Optimismus ist nicht mit Naivität gleichzusetzen, ich erwarte nicht jeden Tag Freudentaumel, das würde auch ihre Wertigkeit mindern. Aber genau an den Momenten in denen nicht alles rosig ist und ich mich selbst aus einer Krise ziehen kann, weil ich erkannt habe, wozu sie da war, werde ich wachsen. Und das macht glücklich. Und die Menschen in meiner Umgebung werden mir dabei helfen. 

 

So gern hätte ich eine kleine Vorschau, was in einem Jahr ist, wo ich lebe, wie ich mich verändert habe und wer an meiner Seite ist. Aber wer will schon einen Spoiler. Ich werde noch glücklicher sein als jetzt, das prophezeit der Optimist mit dem klaren Blick durch die hellblaue Brille. Ich lasse Dich hin und wieder mit hindurch blicken und so kannst Du mich auf meiner Reise begleiten.

 

Danke fürs Lesen.

 

Happy day,

Deine Anja

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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